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Landschaftspflege

Die Pflege unserer Kulturlandschaft ist nicht immer einfach. Macht man zu wenig wächst alles zu, macht man zu viel zerstört man den Lebensraum vieler wichtiger Lebewesen.

Das ist so bei den Bäumen aber auch beim Unterbewuchs, den Gräsern und Blütenpflanzen.

Erstes Kriterium ist nicht, dass es rund ums Jahr aussieht wie im Wohnzimmer, sondern dass die Artenvielfalt und die natürlichen Kreisläufe erhalten bleiben.

 

Beweidung

Die Pflanzen wachsen zu verschiedenen Zeiten unterschiedlich schnell. Ausschlaggebend sind Jahreszeit, Licht, Bodenfeuchtigkeit und Bodentemperatur. 

Auch die Großwetterlagen sind ein wichtiger Faktor. In einem trockenen Jahr wird man anders arbeiten müssen als in einem sehr nassen Jahr. Da die Klimageschehen tendenziell extremer werden, ist ein gleichmäßiges Weidemanagement nicht immer  möglich, das haben die Jahre 2014 (sehr feucht) und 2015 (sehr trocken) gezeigt. Gefährlich für Weidetiere sind mitunter auch Unwettergeschehen mit Hagel und Stürmen. Rückzugsmöglichkeiten z.B. in Gehölzdickichte oder große alte Bäume auf den Weiden sind da sehr willkommen. 2015 wurden auch die heißen Tage gern im Schatten eng stehender Büsche und Bäume verbracht.  

 

Alte Bäume

Bäume in den Streuobstwiesen werden von den Eigentümern manchmal als reine Obstlieferanten betrachtet. Dabei sind Bäume viel mehr: neben Obst- und Futterspendern sind sie Lebensraum, Sauerstoffproduzenten, Schatteninseln, Lärmpuffer und nicht zu vergessen wunderschöne Landschaftsgestalter. Gerade die großen alten Birnbäume, an deren Obst wir schon lange nicht mehr hinkommen, sehen großartig aus - im Frühjahr in der Blüte, im Herbst mit buntem weit ins Land leuchtend rotem Laub. Auch Walnuss- und Kirschbäume können sehr groß werden und sind landschaftsprägend - egal ob als Solitärbaum oder inmitten der Streuobstgemeinschaft.

Totholz

Um die alten abgängigen Bäume entzünden sich immer wieder Diskussionen. Manch einer will es aufgeräumt und sieht keinen Sinn in den alten Bäumen. Da wird dann schnell die Motorsäge gezückt. Ich lasse gerade die alten knorrigen Bäume gerne stehen, denn viele Vögel und Fledermausarten sind auf Bruthöhlen angewiesen. Und jede Menge Kleinlebewesen, die anderen wieder als Nahrungsgrundlage dienen, tummeln sich im Alt- und auch im Totholz.

Ein sehr interessantes Forschungsprojekt zu diesem Thema nennt sich

Tote Bäume für das Leben

link zum UN-Dekade Projekt Tote Bäume für das Leben

Bäume mit einem Durchmesser von 40 und mehr werden dabei besonders wertgeschätzt, kommen Totholzanteile oder gar Baumhöhlen dazu, wertet dies den Baum als Wohnraum noch deutlich auf.

Die Biologische Station Oberberg schreibt dazu:

"Ziel des Projektes ist es, Alt- und Totholz (kurz: Biotopbäume) als Lebensgrundlage für unzählige, teils stark bedrohte, Tiere und Pflanzen zu erhalten.
Über 1300 verschiedene Käfer-, zahlreiche Wespen- und Schmetterlingsarten sowie über 1000 Pilzarten, diverse Flechten, Farne und Moose bilden umfangreiche Lebensgemeinschaften auf und in Biotopholz.
Spechte profitieren vom reichhaltigen Nahrungsangebot, ihre verlassenen Nisthöhlen nutzen zahlreiche andere Vogelarten, Fledermäuse, Siebenschläfer oder Wildbienen als „Nachmieter“. Vorsprünge unter morschen Wurzeln und bodennahen Stammteilen dienen Amphibien und Reptilien als Winterquartier
."

Quelle. http://www.biostationoberberg.de/index.php/Tote_Baeume.html

Was manchem Grundstücksbesitzer ein Dorn im Auge ist, ist für die Artenvielfalt also von existenzieller Bedeutung. In unseren Streuobstbeständen sind z.B. viele der heimischen und gefährdeten Fledermausarten auf Baumhöhlen angewiesen. Fledermäuse sind sehr effiziente Jäger und fangen auf ihren nächtlichen Streifzügen unzählige Stechmücken und Schadinsekten. So helfen sich die Bäume selbst, indem sie Behausungen anbieten für die Jäger ihrer Parasiten. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

   

 

Zu fällen einen schönen Baum

braucht's eine halbe Stunde kaum.

Zu wachsen bis man ihn bewundert

braucht er, bedenk es, ein Jahrhundert.