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ArcheRanch + Curly Horses

Curly Horse (American Bashkir Curly Horse)

Curly Horses sind hypoallergene Pferde, d.h. die meisten Pferdehaarallergiker haben mit den Haaren der Curlies keine Probleme. Man sollte sich nicht rein virtuell darauf verlassen, es ist eine individuelle Sache - bei sehr sehr vielen Menschen funktioniert es aber. So auch bei mir! Wie schön, endlich wieder entspannt Pferdeluft schnuppern zu können!

Curly Horses haben eine anderes Fell als die üblichen Pferderassen. Auch das Haar an sich hat eine Eiweißstruktur, die dem menschlichen Haar näher ist und so weniger allergieauslösendes Potential besitzt.

Das Curly-Sommerfell ist meist glatt wie bei den anderen Pferden, doch beim Winterfell kommen dann wellige Haare oder auch richtige Locken - die curls - zum Vorschein. Die Fohlen sind lockig wie kleine Waldschaflämmer. Auch die Farbvererbung bietet Überraschungen. Hier sind 4 Fellproben zu sehen:

Backfire (braun) und Mikade (tobiano), die Eltern von Sparky (palomino). Daneben Peach, eine Mikade Tochter aus einer blue-buckskin Mutter. Curlies verändern mitunter ihre Farbe vom Fohlen- zum Erwachsenenfell recht deutlich, ähnlich mancher Schafrassen. Peach variiert ihre Farbe nun seit 9 Monaten zwischen schwarz und verschiedenen Brauntönen, man weiß noch nicht so ganz, was sie werden will. Auf jede Fall ein lockiges dark-tobiano Mädchen

Backfire Mikade
Sparky Peach

 

 

Curlies haben auch Locken in den Ohren und oft stark nach oben gebogene Wimpern. Auch "feathers" an den Beine gibt es oft. Außerdem riecht ein Curly Horse anders. Allergiker werden das sofort bemerken.

Fotos: Barbara Carroll, Stag Creek Farm                 www.stagcreekfarm.com

 

 

 

 

 

Manche Curlies werden glatthaarig geboren - wenn sie rein gezogen wurden sind sie i.d.R. trotzdem hypoallergen. Sogenannte Extremcurlies haben sehr viele Locken am Leib, dafür aber wenig Schweif und Mähne. Für Züchter und Allergiker ein Schatz Hypoallergenität und eine Garantie die Lockengenetik zu erhalten. Ich habe mich recht schnell an die spärlicheren Mähnen- und Schweifhaare gewöhnt - sind ja auch keine Barbie-Pferde sondern kernige und oft wunderbar bunte Indianerponies. Lockige, extreme und straight Curlies können innerhalb derselben Pferdefamilien wechseln.

Stag Creek Mikade, ABC 3857 -  Magpies "Extremer" Sohn im Sommerkleid im Mai 2017. Im Frühsommer war er für einige Wochen bei uns in Bronnweiler. Ein Curly wie Westernreiter es sich nur wünschen können - freundlich, dynamisch, mit tollen Gängen, Hinterhandschub, drive und stops.

 

Geschichte

Vor 70 Jahren sind die Curly Horses einfach in den Mustangherden der amerikanischen Plains mitgelaufen und wurden genau wie die anderen Nutzpferde von ihren Reitern - egal ob Indianer oder Cowboys - herausgefangen, wenn sie gebraucht wurden. Den Rest hat die Natur erledigt. Raubtiere und unerbittliche Winter haben ein extrem zähes und auch intelligentes Pferd entstehen lassen. Eine gezielte Zucht gibt es erst seit wenigen Jahrzehnten. Speziell in 50er Jahren, als eiskalte Winter die Zahl der frei lebenden Pferde stark dezimierte, fielen die Lockenpferde auf. Sie überlebten besser als manch Kurzhaarpferd, doch wurde auch deutlich wie wenig es von ihnen gibt. Einige dieser Curly Pferde gehörten den Dameles, einer Rancherfamilie aus Nevada - und nach diesen Extremwintern wurde klar, dass man handeln muss um die Tiere nicht zu verlieren. Benny Damele (1930-1991) kreuzte Araber-, Morgan- und Quarter-Horses mit den verbliebenen Curlies, um ihr Überleben zu sichern und sie als umgängliche und leistungsfähige Ranchhorse zu erhalten. Die Dry Creek oder 3D Curly Horses sind in vielen Ahnentafeln vertreten.

Dry Creek Dun (Dustin) wurde von Gaby Kärcher aus den USA importiert. Dieser freundliche Hengst ging bei der Bodenarbeit an der Hand eines Schulkindes in 3 Meter Entfernung von den Stuten ohne einen Muckser zu machen. Er war der erste Hengst auf dem ich geritten bin und es war auch im Gelände sehr entspannend mit ihm.

 

Eine andere sehr ursprüngliche Curly Line geht auf die Züchter Eli Bad Warrior, Slim Berndt und Ernest Hamrich zurück, die diese Pferde ebenfalls liebten und mit ihnen arbeiteten. Die Pferde stehen im Stockhorse Typ, haben ein kräftiges gesundes Fundament und ein menschenfreundliches Gemüt. Diese Linie wird die "warrior" Linie genannt. Einige großartige Curly Horses stammen von dem Hengst Bad Warrior bzw. dessen Mutter Miss Berndt Warrior ab.

Miss Berndt Warrior ist Magpies Großmutter, Magpies Mutter Warrior Sue Queen eine Schwester von Bad Warrior - unsere schwarze Elster ist also ein echtes Indianerpony und ihre Vorfahren liefen auch mal bei Sitting Bull und den Crow um die Tipis! Magpie ist auf der Stag Creek Farm in Texas geboren und stammt aus der Zucht von Barbara Carroll.

Das ABC-Registry (American Bahkir Curly Register) startete 1971 auf Initiative einiger Curly Horse Züchter in den USA. Das Einkreuzen andere Rassen wird inzwischen unterschiedlich bewertet und ist nicht mehr bei allen Zuchtverbänden erlaubt. Das ABC Registry gestattet zur Aufnahe nur DNA-getestete Fohlen von ABC-Curly-Eltern. Eine Ausnahme bilden Lockenpferde aus den freilaufenden Mustangherden. Diese können seit kurzem ins outcross book aufgenommen werden, um die frei laufende Curly Horses speziell auch der Native Nations nicht aus der Zucht zu verlieren.

Ein anderer Verband ist die ICHO (International Curly Horse Organisation). Hier sind auch hypoallergene Curly Foxtrotter oder Mini-Curlies zu finden.

Curly Sporthorses sind in der Regel deutlich größer als die alten Linien und finden sich oft im CSI wieder, dem Curly Sporthorse International.

Diese drei Organisationen betreuen Curly Züchter aus der ganzen Welt.

Manche Züchter in Deutschland arbeiten auch mit den heimischen Pferdezuchtverbänden der Bundesländer zusammen (Spezialrassen).

 

Donna Grace Vickery, Initiatorin des "bad warrior preservation projects", ist wieder verstärkt auf der Suche nach freilaufenden Curly Horses, um sie im Zuchtbuch aufnehmen zu können und für die Rasse zu halten.

Wer sich mit Curly Horses befasst, landet unweigerlich auch bei der Geschichte Nordamerikas, den Native Americans, vielen großartigen Menschen die sich für diese Pferde eingesetzt haben, damit sie nicht verschwinden.

 

ArcheRanch

Magpie Warrior ist im Januar 2017 bei uns eingezogen. Sie ist die Stamm-Mutter unserer Curlies. Ihr letztes Fohlen, Sessalaney, hatte sie mit dem wunderbaren soothie-blue-bucksin Hengst Solen.

Pedegree Stag Creek Magpie Warrior

 

Inzwischen ist noch Magpies Enkeltochter Peach zu uns gekommen. Peach ist die einzige und dazu noch superlockige Tochter von Mikade. Auch Peachs Mama hat Geschichte: Die blue-buckskin Curlystute Fairchild Moondust ist noch wild geboren. Moondust's Mutter ist eine Nakota Stute namens Nakotas New Beginning aus der Herde von Harold Fairchild.

Pedegree Fairchild Moondust

Magpies Enkeltochter Peach mit  Mama Fairchild Moondust - Foto: Nicole Schoen

Die Sioux benennen ihre Pferde oft nach Tieren, speziell Vogelarten sind beliebt. Die wunderbare Curly Horse Züchterin Barbara Carroll zollt dieser Tradition großen Respekt, viele ihrer Curly Horses haben indianische Namen, auch in Magpies Familie. So ist Mato Sapa der schwarze Bär, Zintkala bedeutet Vogel auf Lakota, Mikade ist eine Fasanenart und Magpie die schwarze Elster.

Stag Creek hat leider sein Curly Zuchtprogramm nach fast 20 Jahren beendet. Wir bedanken uns für die großartigen Pferde aus Barbaras Zucht und auch für ihre schönen Fotos, die wir freundlicherweise hier verwenden dürfen.

Sessalaney 2016 auf Stag Creek- Foto: Barbara Carroll

 

Jährling Peach kommt an - Magpie und Enkeltochter lernen sich kennen

10 Minuten nach Peachs Ankunft

 

nach 20 Minuten

 

nach 22 Minuten

 

alles ok

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

   

 

NEU

Curly Horses in Bronnweiler

preserve - protect - promote

 

Indianerponies für Allergiker - Infos, Fotos und Geschichte einer besonderen Pferderasse

 

 

 

 

 

 

Stag Creek Magpie Warrior, ABC 2747

Magpie lebt seit 2017 bei uns in Reutlingen-Bronnweiler. Hier ist sie zu sehen auf ihrer Heimatfarm in Comanche/Texas. Foto: Barbara Carroll, Stag Creek Farm

Ich habe die Curlies vor etwa 15 Jahren bei Gabriele Kärcher kennen gelernt. Gaby ist Profifotografin und hat sich auf Pferdefotografie spezialisiert. Bei ihren Reisen entdeckte sie diese ungewöhnliche Pferderasse in Nordamerika und brachte danach die ersten Curly Horses nach Deutschland. 

Ihr aktuelles Buch ist der Bericht ihrer Weltreise zu Pferden und ihren Menschen. "Follow the Horses" ist ein wunderbarer Bildband über Pferderassen, Pferdemenschen, Reitervölker und wilde Landschaften. Auf der webseite gibt es auch tolle Fotos von den Curly Horses  www.sorrel.de

 

 

 

 

 

 

Zucht und Verkauf

Bei Interesse an Curly-Schnuppern oder Curly Horses für Zucht und Haltung bitte gern an uns wenden.

Aktuell sind 2 seltene Curly-Foxtrotter Junghengste mit interessanten Blutlinien an ambitionierte Züchter abzugeben.

Sparky - Palomino-Jährling von 8/2016 aus der CurlyFoxtrotter Stute Backfire (doppeltes gait-gen) von Stag Creek Mikade VERKAUFT

Bowie - ein freundlicher 2-jähriger BlueRoan CurlyFoxtrotter Junghengst (US-Import).

 

Mikade - auch Mikade steht zum Verkauf. Seine Besitzerin kann sich leider nicht mehr um ihn kümmern. Er ist gerade 8 Jahre geworden, ca. 152 groß und ein Curly wie Westernreiter es sich nur wünschen können - freundlich, dynamisch, mit tollen Gängen, Hinterhandschub, drive und stops. In den USA wurde er noch als Hengst eingeritten und auch 1- und 2-spännig eingefahren. Nach 3 Jahren Zuchteinsatz ist er seit 2016 nun Wallach. Er hat es verdient, dass er einen freundlichen Menschen findet, der weiter mit ihm arbeitet und Spaß daran hat mit ihm zusammen zu sein. Alte Warrior-Linie.

Pedegree Stag Creek Mikade
 

 

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Magpie mit Mikade auf Stag Creek- Foto: Barbara Carroll

 

Das hypoallergene Potential der Lockenpferde hat ein Arzt aus Norddeutschland untersucht. Für viele pferdehaarallergische Menschen sind Curly Horses die einzige Möglichkeit, mit Pferden zu arbeiten und zu reiten. Dr. Mitlehner bietet auch eine medizinische Begleitung für Allergiker an.

Wissenschaftliche Studien zur Pferdeallergie mit Curly Horses der Praxis Dr. Mitlehner link

 

 

Neben dem Stockhorse/Westentyp, den Mini-Curlies und dem Curly-Sporthorse gibt es auch eine sogenannte "gaited" Linie, also Gangpferde mit genetischer Nähe zum Missoury Foxtrotter. Daher werden sie auch CurlyFoxtrotter genannt. Die Gangveranlagung ist genetisch verankert. Diese Pferde sind extrem angenehm zu sitzen. CurlyFoxtrotter sind logischerweise noch seltener als Curly Horses.

Farblich und von der Größe gibt es bei den Curly Horses eine große Vielfalt. Speziell in den letzten Jahren werden auch große Pferde für den Sportbereich und kleine für die Arbeit mit Kinder gezogen. Dabei wird dann in Europa auch mit europäischen Rassen gekreuzt - Warmblutrassen sowie Welsh-, Shetland- und Islandponies.

 

In den USA und Kanada bemüht man sich auf vielfältige Weise, das Curly Horse bekannter zu machen. Mit Ride-A-Curly wurden 7 Jahre lang die Reiter/innen prämiert und vorgestellt, die die meisten Stunden auf ihrem Curly Horse verbracht hatten. Auf dem blog sind schöne Geschichten zu lesen (Bild anklicken).

 

 

Mir liegen vor allem die old typ Curly Horses am Herzen. Sie haben eine angenehme Größe von +/- 150 cm und sind sehr menschenfreundlich. Bodenarbeit mit ihnen ist eine Freude. Bis zum Reiten wird es bei uns noch eine Weile dauern. Die Curlies der ArcheRanch sind im ABC Zuchtregister eingetragen. Es ist ein Schatz und gleichzeitig eine Aufgabe, diese großartigen Pferde und ihre Geschichte nicht zu verlieren.

 

Stag Creek Mikade im Winter 2016/2017 - ein Großneffe von Bad Warrior

 

Stag Creek Solen - Foto: Barbara Carroll, Stag Creek Farm

 

Fairchild Moondust auf Stag Creek- Foto: Barbara Carroll, Stag Creek Farm

 

Das Nokota Horse ist vermutlich eng verwandt mit dem Curly Horse und ebenfalls extrem selten geworden, allerdings nicht hypoallergen. Weitere Infos siehe logo oder im Kasten.

Mustang - verwilderte Nachfahren der entlaufenen Pferde europäischer Eroberer, ca ab 1700 in den Northern Plains unterwegs, teils wild, teils von den Indianern genutzt. Später für viele Rinderfarmer als Futterkonkurrent ihrer Weideflächen betrachtet, für andere Amerikaner Symbol des Wilden Westens. In den 50er und 60er Jahren wurden wild lebenden Mustangs systematisch getötet, in den 60ern teilweise in Parks untergebracht und ab den 80ern mit moderneren Rassen wie Quarter, Morgan, Quarter, Araber, Percheron, Shire "veredelt".  

Nokota - die vermutlich letzten Pferde der Northern Plains, die die Mustangtötungen Mitte des 20.Jh überlebt hatten wurden von den Kuntz Brüdern aus privaten Mitteln gekauft in einer Zeit, als das Parkmanagement begann die Mustanghengste durch importierte Hengste anderer Rasse zu ersetzen. Diese Herde von ca. 150 bis 200 Pferden lebt in den Bergen von Nord Dakota und wird inzwischen "Nokota" genannt. Seit 30 Jahren kümmert sich die Familie sich um die Nokota-Herde, die daher wohl die einzige in Nordamerika ist ohne gezielte Einkreuzungen. Seit 2000 werden die Kunz Brüder von der non-profit Nokota Horse Conservancy unterstützt. Diese hat zum Ziel die Tiere als Rasse zu erhalten und ihnen dauerhaft eigenes Land zur Verfügung zu stellen, welches jedoch noch gekauft werden muss. Dazu sind noch viele Spenden notwendig (Nokota Land Trust).  Inzwischen wurde ein Zuchtbuch eingerichtet. Das Projekt steht aber immer noch auf unsicheren finanziellen Beinen. Das Nokota ist kein Lockenpferd. Eventuell kommen aber vereinzelt lockige Tiere vor.

  • Projektpräsentation Nokota Horses
  • Film-Trailer Nokota Heart (2014) vimeo (bitte melden, wenn jemand weiß wie man an den kompletten Film herankommt)

Dakota/ Lakota - In Nord- und Süddakota beheimatete Untergruppen der Sioux.

Standing Rock - Reservat der Sioux in Nord- und Süddakota, aktuell von der Regierung für den Bau einer Ölpipeline genutzt (Trump). Großer Widerstand der Besitzer. David Archambault II ist Sprecher der standig rock community und auch Züchter von Nokota-Pferden x Curly (Warrior-Linie) .

Native Nation / First Nation - so nennen sich die Indianerstämme selbst, auch um ihr Vorhandensein lange vor der "Entdeckung Amerikas" zu verdeutlichen.

Native Curly - Curlies der Indianerstämme. Die frühesten Erzählungen berichten von Curly Horses bei den Crow und Sioux um 1801/1802. Das ist zeitgleich mit der Erwähnung der Vorfahren der Nokota-Herde. Die Indianerponies sind meist um +/- 150 cm und damit kleiner als die heute üblichen Reitpferde.

Feral Curly - Curly Horses aus den wild lebenden Mustangherden (open range). Die Mustangherden werden seit den 70er Jahre vom BLM (buero of land management) betreut.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Peach Nakota Warrior, ABC * 03.07.2016